Vier unangenehme Fragen zum Finanz Hilfspaket
Vier einfache Fragen
Die Nachrichtenagentur AP
kontaktierte 21 US-Banken, die jeweils mehr als eine Milliarde
Staatshilfe bekommen hatten, und stellte vier Fragen:
- Wie viel von dem Geld wurde ausgegeben?
- Wofür wurde es ausgegeben?
- Wie viel wurde als Sicherstellung behalten?
- Wie sieht der Plan für den Rest aus?
Keine der Banken übermittelte genauere Auskünfte!
"Teils vergeben, teils behalten"
"Wir
haben einen Teil als Kredite vergeben. Wir haben einen Teil nicht als
Kredite vergeben. Aber wir geben keine Offenlegung ab, wie wir es
machen", sagt Thomas Kelly, Sprecher für JPMorgan Chase, das 25
Milliarden Dollar Staatshilfe bekommen hatte. Wenigstens verriet er,
dass 2009 fünf Milliarden an Krediten für Nonprofit-Organisationen und
Gesundheitsunternehmen eingeplant wären.
"Kein Kommentar"
Die
meisten Banken, darunter auch Citibank und Bank of America, antworteten
überhaupt nur mit Standardfloskeln. Man verwende das Geld, um die
Bilanzen zu verstärken und gegen die Finanzkrise anzukämpfen, hieß es
da. Wir stellen keine genaue Ein- und Ausgabenrechung zur Verfügung,
antwortete SunTrust Banks.
Bei Morgan Stanley wollte eine Sprecherin nur anonym Stellung nehmen, ein offizielles Statement wurde dann verweigert. Die meisten Banken verweigerten AP auch eine Begründung, wieso sie eine Auskunft verweigerten.
Banken wissen nicht, was aus Geld wurde
Einige
Banken antworteten sogar, sie würden einfach nicht wissen, wohin das
Geld geht: Man könne das Geld nicht nachverfolgen, es gebe dafür keinen
eigenen Topf, sagte ein Sprecher von BB&T Corp. Gleichzeitig
schloss ein Sprecher aber auch aus, dass die Hilfe für die vor kurzem
getätigte Übernahme einer Versicherung in Florida verwendet worden sei.
Das habe damit gar nichts zu tun.
2007 Vergünstigungen in Milliardenhöhe
Für
Aufregung über die Geschäftspraktiken der Banken sorgt auch eine
weitere Recherche der AP: Demnach haben etliche der Banken ranghohen
Mitarbeitern noch im vergangenen Jahr Boni und andere Vergünstigungen
in Höhe von fast 1,6 Mrd. Dollar (1,148 Mrd. Euro) zukommen lassen.
Selbst Finanzinstitute, die eigentlich wegen schlechterer Zahlen vor den miserablen wirtschaftlichen Entwicklungen hätten gewarnt sein müssen, zeigten sich ihren Managern gegenüber großzügig.
Firmenjets und Clubmitgliedschaften
Zu
den Leistungen für fast 600 Führungskräfte gehörten demnach Barprämien,
Aktienoptionen, die private Nutzung von Firmenjets und Chauffeuren,
Clubmitgliedschaften und die Inanspruchnahme von Finanzberatern. Die
Gesamtsumme könnte die Finanzhilfen für etliche der Banken decken, die
bisher Steuergelder aus dem Rettungspaket erhalten haben.
"Bestechungsgelder" für Führungskräfte
Der
demokratische Vorsitzende des Finanzausschusses im Kongress, Barney
Frank, erklärte, die Führungskräfte müssten offenbar mit
Bestechungsgeldern dazu animiert werden, den Job zu machen, für den sie
im Übrigen bezahlt würden. Unter den höchstbezahlten Menschen in
Führungspositionen seien offensichtlich welche, die "zusätzliches Geld
brauchen, um motiviert zu werden".
Durchschnittlich 2,6 Mio. Dollar
AP
stellte die Vergünstigungen anhand von Unterlagen zusammen, die die
Banken jährlich bei der Börsenaufsicht SEC einreichen. Jede der
Führungskräfte erhielt demnach im Schnitt 2,6 Mio. Dollar an Gehalt,
Boni und Vergünstigungen. Der Vorstandschef von Goldman Sachs, Lloyd
Blankfein, konnte sich 2007 über fast 54 Mio. Dollar freuen, die fünf
Spitzenmanager der Großbank erhielten insgesamt 242 Mio. Dollar.
Der Vorstandsvorsitzende der Finanzgruppe Capital One, Richard Fairbank, erhielt Aktienoptionen im Wert von 17 Mio. Dollar. Und an den Chef von Merrill Lynch, John Thain, ging im vergangenen Jahr ein Gehalt von 83 Mio. Dollar.
- US-Finanzministerium
- Kontrollpanel des Kongresses
- AP-Bericht (Breitbart.com)
- ORF